Frankreich Meschers sur Gironde Roadtrip Strand Atlantikküste

 

Letzten Monat war ich zwei Wochen mit dem Auto und einer Freundin unterwegs. Wir sind von Amsterdam über Antwerpen nach Paris gefahren und dann weiter Richtung Atlantikküste, bis nach Bordeaux. Auf unserem Roadtrip haben wir außerdem auch zwischendurch öfters mal Halt gemacht. Zum Beispiel um uns das Schloss Versailles anzuschauen, durch Utrecht zu bummeln, die Kleinstadt Tours an der Loire zu entdecken oder die Düne von Pyla zu besteigen. Eine ganz neue Erfahrung habe ich auch in Hinblick auf Reise-Unterkünfte erlebt, denn nach vielen Geschichten über das Couchsurfing habe ich es während der Reise endlich mal selbst ausprobiert.

 

Schloss Versailles Frankreich Roadtrip France

 

Ab Paris waren wir dann nicht mehr nur zu Zweit unterwegs, sondern zu Dritt – ein Australier der in die gleiche Richtung wie wir wollte (Richtung Atlantik), hatte sich uns angeschlossen. Getroffen hatten wir ihn beim Pizzaessen, als wir über das Reisen ins Gespräch kamen.

 

Reiseblog Roadtrip VW

 

So schön unser Roadtrip war, so schmerzlicher war dann aber auch das Ende der Reise für mich. Denn nach den vielen Tagen des sich Treibenlassen und der vielen wunderschönen Momente (die manchmal schon auf eine fast zu perfekte Drehbuchweise daher kamen), wirkte der Flug zurück nach Deutschland (und ins graue Hamburg) wie eine gemeine Ironie des Schicksals. Anstatt aber weiter Trübsal zu blasen, habe ich mich entschlossen die gute Energie mitzunehmen und euch heute von drei Dingen zu berichten, die ich dank der tollen Zeit über das Reisen, das Leben und irgendwie auch über mich selbst gelernt habe.

 

Frankreich Tours Roadtrip Reiseblog Travel

 

 1. Reisen kann teuer sein, muss es aber nicht

Ja man kann fürs Reisen viel Geld ausgeben. Und ja dafür bekommt man dann auch schnell wirklich tolle Unterkünfte und das ist in manchen Lebenslagen sicherlich sehr wichtig – gerade wenn man z.B. viel arbeitet und in seinem Urlaub ein gewissen Grad an Luxus erwartet. Wer aber einfach nur ein anderes Land entdecken möchte, sollte nicht wegen zu viel Respekt vor hohen Kosten Zuhause bleiben! 15 Tage ungefähr war meine Reise lang und ich habe alles in allem nur um die 500 € ausgegeben (inklusive Flüge). Der teuerste Posten war wohl das Benzin. Bereits bei den Spritkosten haben wir gespart, in dem wir bei längeren Strecken über Mitfahrangebote andere Reisende mitgenommen haben. Als weiterer großer Posten folgte das Essen & Trinken – ich hatte im Vorhinein total unterschätzt, wie viel allein schon ein Kaffee in Paris kostet. Aber wie schon im Antwerpen-Post angedeutet (siehe hier), hat jeder so seine eigenen Favoriten, für die er gerne sein Geld ausgibt. An einem guten Flat White in einem besonderen Café wollte ich definitiv nicht sparen, dafür aber an den Unterkünften…

 

Frankreich Wildzelten Roadtrip Zelten am Strand

 

Am Anfang war unser Gedanke einfach nur möglichst wenig für die Übernachtungen auszugeben. Am Ende haben wir dann sogar überrascht festgestellt, dass wir letztendlich keinen einzigen Cent für unsere Übernachtung gezahlt haben. Ein paar Gastgeschenke hatten wir aber schon im Gepäck. Eine Flasche Rotwein z.B. für die Eltern einer Freundin, in deren alten Landhaus wir in der Nähe von Antwerpen geschlafen haben. Oder eine Tafel Schokolade für Ryo, dem Japaner, mit dessem kleinem Pariser Apartment wir wohl einen echten Glücksfund auf Couchsurfing hatten. Nicht verschweigen möchte ich euch aber, dass wir wohl auch einige Abstriche (und negative Erfahrungen) gemacht haben. So sind wir in Tours bei drei Musikern gelandet (ebenfalls durch Couchsurfing), dessen riesiges Haus zwar ein großer Kontrast zu der kleinen Wohnung in Paris war, aber deren Hygiene-Vorstellung in keiner Weise unseren entsprachen. Ein Erlebnis das ich – bis auf die wirklich gute Musik – schnell versucht habe wieder aus meinen Kopf zu bekommen und deswegen hier lieber nicht weiter ausführen möchte. Auch ein Zelt hatten wir dabei und haben es einige Nächte aufgeschlagen. Auf einem Campingplatz waren wir dabei aber nie. Vielleicht war es gerade deswegen manchmal besonders schön und aufregend.

 

Belgien Land Reiseblog Landleben Idylle

 

2. Man muss springen

…egal ob Nachts in den Atlantik oder Zuhause in den Kieselsee. Manchmal erschrecken uns die zaghaften Schritte ins kühle Nass so sehr, dass wir uns nicht richtig rein trauen. Ich habe gelernt in Zukunft öfter einfach zu springen. Kurz Anlauf nehmen, dann die Augen zu und zack ist man schon drin! Das gilt für das Wasser genau so wie für Projekte, Aufgaben oder Situationen, vor denen man sich zu sehr scheut. Und ja das ist manchmal doch leichter gesagt, als getan, aber es lohnt sich häufig. In nächster Zeit mehr zu springen, das ist deswegen etwas das ich mir fest vornehme.

 

Feuer am Strand Atlantikküste

 

Frankreich Atlantikküste Roadtrip Couchsurfing Erfahrung Reiseblog

 

3. Ich möchte mehr sehen 

An der Atlantikküste angekommen, haben wir zwei Nächte bei Agnes geschlafen. Agnes ist eine 67-jährige Frau, die wir ebenfalls auf Couchsurfing kontaktiert hatten. Eine Couch hatte sie damals nicht für uns frei, aber dafür einen großen Garten für unser Zelt und ein noch größeres Herz für uns. Bei einem Strandbesuch mit anschließendem Klavierkonzert auf einer Klippe erzählte sie uns von sich, ihrem Leben und ihren vielen tollen Reisen. Zehn Jahr lang hatte Agnes als Guide in Südafrika gearbeitet, ist mit der transsibirische Eisenbahn gereist und hat in den USA gelebt. Schon nach den anderen Unterhaltung mit Leuten, die wir auf unserer Reise kennengelernt hatten, wurde in mir der Wunsch lauter noch mehr von der Welt zu sehen. Aber Agnes hat meinem Fernweh die Krone aufgesetzt (oder den Koffer in die Hand gedrückt?) und mich mit ihrer guten Energie und Lebenserfahrung unglaublich beeindruckt.

 

Frankreich Klavierkonzert Talmont sur Gironde royan Frankreich Atlantikküste

 

 

Agnes Couchsurfing Erfahrung Roadtrip Frankreich

 

Frankreich Roadtrip Reiseblog Travelblog France

 

In den letzten Tagen habe ich deshalb auch nicht nur fleißig Fotos sortiert und angefangen neue Blogbeiträge über meine Erkundungen zu schreiben. Nein ich habe auch erneut Flüge gebucht. Anfang September geht es für mich wieder los – den Rest meiner Semesterferien in der Sonne verbringen und vielleicht ja noch mehr lernen…

 

Bordeaux Frankreich Reiseblog Couchsurfing Roadtrip